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Priv.-Doz. Dr. Christoph Seibert

Ev.-Theol. Fakultät, Liebermeisterstraße 12, 72076 Tübingen

 

 

Die Welt des Kindes

Überlegungen zum phänomenologischen Ansatz der Pädagogik Martinus Jan Langevelds (1905 – 1989)[1]

 

Wer an dem Sinn und der institutionellen Einbettung religiöser Bildungsprozesse in Schule und Gemeinde interessiert ist, kommt nicht umhin, zunächst einmal nach der Wirklichkeitswahrnehmung derjenigen Subjekte zu fragen, um deren Bildung es im Einzelfall gehen soll. Im Blick auf diese Frage liefert der niederländische Pädagoge Martinus Jan Langeveld einen bedenkenswerten Beitrag. Die Pointe seines Beitrages besteht darin, dass in ihm die spezifische Welterfahrung des Kindes unter phänomenologischen Gesichtspunkten[2] beleuchtet und in ihrer eigenen Bedeutsamkeit aufgewiesen wird. Langevelds Vorhaben soll im Folgenden in zwei Schritten skizziert werden (I/II), um dann einige religionspädagogische Implikationen zu markieren (III).

 

I. Zum Ansatz

 

Langeveld beabsichtigt – so der Titel desjenigen Werkes, in dem viele seiner Arbeiten zusammenlaufen – nichts Geringeres als eine Anthropologie des Kindes zu entwickeln.[3] Dieses Projekt folgt einem klar bestimmten Zweck. Es soll zu einem „einheitlichen Wiederaufbau einer anthropologisch gegründeten und phänomenologisch vorgearbeiteten Pädagogik“[4] beitragen. Er möchte also zweierlei: zum einen eine anthropologisch fundierte Pädagogik entwickeln, und zwar nicht irgendwie begründet, sondern, zum anderen, auf dem Weg einer phänomenologischen Betrachtung. Den Sinn eines solchen Vorhabens müssen wir im Folgenden daher genauer zu klären suchen. Diese Klärung erfolgt in drei Schritten: Zunächst ist nach Langevelds Sicht einer anthropologischen Fundierung der Pädagogik zu fragen; in einem zweiten Schritt gilt es zu klären, inwiefern diese Fundierung gerade auf phänomenologischem Weg erfolgen soll; und schließlich ist in den Blick zu nehmen, wie sich daraus die spezifische Aufgabe der Pädagogik begründen lässt.[5]  

 

Erstens:  Das Projekt einer anthropologischen Begründung der Pädagogik scheint trivial zu sein, da es ihr ja zweifelsohne um nichts anderes als um den Menschen, um die Bildung des Menschen, geht. Wichtiger ist vielmehr zu sehen, in welchem Sinne sich diese anthropologische Begründung selbst vollziehen soll. Dabei fällt, wie Langeveld im ersten Kapitel seiner „Studien zur Anthropologie des Kindes“ näher herausstellt, vor allem zweierlei auf:

Zunächst sieht er die Pädagogik seit ihrem Entstehen in einem verhängnisvollen Streit zwischen Psychologie und Ethik verstrickt, der ihre eigene Identität bedroht. Dieser Streit soll nun im Blick auf seinen ihm vorausliegenden, einheitlichen Gegenstand wenn nicht geschlichtet, so doch hinsichtlich seiner einheitlichen Fundamente transparent gemacht und dadurch relativiert werden. Dieser Gegenstand ist, ganz allgemein gesprochen, der Mensch. Doch was ist der Mensch für ein Gegenstand?

 

Er ist, so die These, der einzige Gegenstand „in der ganzen Welt, der von sich aus nicht weiß, was er ist, und der einzige in der ganzen Welt, der sich selbst zu sagen hat, was er ist“[6]. Mit anderen Worten: Der Mensch liegt nicht einfach vor wie ein Stein, der bei seinen Bestimmungsleistungen nicht beteiligt ist. Der Mensch kennt sich vielmehr nur, weiß um sich nur, indem er sich selbst zu einem solchen Kennen oder Wissen bestimmt. Und das heißt schließlich, dass jedes „Sichkennen des Menschen […] immer eine Bestimmung desjenigen [ist], was er zu sein hat“[7]. In jedem Kennen seiner selbst verhält er sich daher zu sich und bestimmt sich selbst in diesem Verhältnis. In diesem Bestimmen seines Seins als Menschen liegt für Langeveld – und das ist wichtig zu sehen – zugleich die Bestimmung eines Sollens beschlossen, einer Aufgabe, die der Mensch zu bewältigen hat, um das zu sein, was er werden soll.

 

So verstanden verspricht die so ansetzende Anthropologie, den Dualismus zwischen Sein und Sollen und im Zuge dessen denjenigen zwischen deskriptiven und normativen Wissenschaften zumindest annähernd zu überwinden. Jedenfalls bildet für Langeveld eine anthropologische Besinnung, die nicht „eine normative Deutung des Menschen als Aufgabe seiner selbst ist“,[8] notgedrungen eine Reduktion dessen aus, was menschliches Leben in toto charakterisiert. Sie wird zur Biologie, die zwar einen wesentlichen Aspekt, allerdings nicht menschliches Leben in seinem Zusammenhang thematisieren kann. Denn sie übersieht, dass jede Bestimmungsleistung Seins in eine Selbstbezüglichkeitsstruktur eingezeichnet ist, die sich innerhalb eines biologischen Paradigmas nur begrenzt erfassen lässt.[9]

 

Was bedeutet diese These für die Erreichung des Zieles, nicht eine Anthropologie überhaupt, sondern eine Anthropologie des Kindes zu entwickeln? Sie bedeutet zum einen, dass die markierte anthropologische Grundtatsache auch für die wissenschaftliche Reflexion auf das Leben des Kindes in Geltung steht. Auch diese vollzieht sich daher nicht bloße Deskription, sondern nimmt die Aufgabe der Selbstbestimmung immer schon in sich auf. In diesem Sinn muss deshalb auch der Realitätsbezug des Kindes verstanden werden. Wir werden noch darauf zurückkommen. Zum anderen hängt dieses ganze Projekt daran, dass man überhaupt begründet von einer Anthropologie des Kindes reden kann. Soll das der Fall sein, müssen mindestens zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Das kindliche Leben muss sich in seiner Besonderheit erfassen lassen, wobei diese Besonderheit zugleich als Besonderheit des Menschlichen überhaupt zur Geltung gebracht werden muss. Das Kind-Sein, muss also in seiner Bedeutung als „Modus der Menschlichkeit“[10] entdeckt und kontrolliert zur Sprache gebracht werden können. Und das soll auf dem Weg einer phänomenologischen Besinnung erfolgen. Was ist damit gemeint?

 

Zweitens: Zunächst kann ganz allgemein gesagt werden, dass die Phänomenologie[11] im Ausgang des 19. Jahrhunderts als Gegenbewegung zu einem philosophischem Betrieb aufgetreten ist, der dazu tendiert, entweder in reinen Formalismen zu erstarren und dadurch seine „Lebensbedeutsamkeit“[12] preiszugeben oder sich in Anlehnung an empirische Einzelwissenschaften zu behaupten, dabei aber seine Eigenständigkeit einzubüßen droht. Gegenüber beiden Tendenzen, sowohl der rationalistischen als auch der empiristischen, wird daher eine Denkpraxis etabliert, die einzig und allein dem Anspruchscharakter erlebter Realität zu folgen vorgibt. Sie will sich also nicht den geschichtlich gewordenen Vorurteilen von Wissenschaft und Common Sense überlassen, sondern diese selbst einer radikalen Kritik unterziehen. So verstanden lautet das programmtische Votum der phänomenologischen Bewegung: „Zu den Sachen selbst“! Der Erfolg eines solchen Unternehmens hängt freilich davon ab, dass es überhaupt möglich ist, in den alltäglichen und wissenschaftlichen Lebensvollzügen eine eigentümliche Distanzierungserfahrung zu machen.

 

Diese soll dazu befähigen, überlieferte Vorurteilsstrukturen zu entlarven, um auf diesem Weg zu einer unverstellten Einstellung gegenüber dem Realen, mithin zu „den Sachen selbst“ zu kommen.[13] Eine solche Distanzierungsbewegung wird von Husserl mit dem Begriff der phänomenologischen Epoché bezeichnet: Es soll etwas „eingeklammert“ werden, nämlich der vorurteilsgeprägte, durch unreflektierte Zwecke von Wissenschaft und Common Sense geprägte Umgang mit den „Sachen“.[14] Das Ziel dieses Vorgehens besteht schließlich darin, sämtliche philosophisch relevanten Gesichtspunkte, unter denen Realität aufgefasst werden kann, aus einem ursprünglichen Erlebniskontakt mit den eigenen Ansprüchen des Realen zu entwickeln. 

 

Bei auf Langeveld zeigt sich dieses phänomenologische Interesse zunächst an seiner spezifischen Auffassung der zu leistenden Epoché: Im alltäglichen und im wissenschaftlichen Umgang sieht er das kindliche Leben fast ausschließlich im Zusammenhang von Interessen vorkommen, die im Leben der Erwachsenen gründen. Dabei drohe es aber als eigenes Lebensphänomen aus dem Blick zu geraten. Es fungiere vielmehr als Gegenstand psychologischer, soziologischer und biologischer Interessen, ohne dass dabei ohne weiteres klar wäre, wodurch seine eigenen Erscheinungsformen in sich selbst ausgezeichnet sind. Dies vor Augen, möchte Langeveld daher „das Kind unabhängig von unseren Zwecken betrachten“[15]. Er möchte zu den kindlichen „Sachen selbst“ vorstoßen, indem er nach der Eigenbewandtnis der Lebenseinstellung des Kindes fragt. Jenseits gängiger wissenschaftlicher oder alltägliche Vorurteile will er den Phänomenen kindlichen Lebens also selbst nachspüren und sie in ihrem eigenen Wesen und Wert ergründen.[16] Damit ist er – man denke etwa an Pestalozzi, Montessori oder Piaget – freilich nicht allein. Er kann deshalb deren Ergebnisse aufgreifen, dabei aber auch zugleich bemängeln, dass sie in jeweils spezifischer Weise abhängig von Vorannahmen sind, die nicht am Phänomen selbst ausgewiesen werden können.[17]

 

Drittens:  Im Anschluss an die beiden vorausgehenden Gedankengänge ist nun nach deren Bedeutung für die Wissenschaft von der Erziehung zu fragen. Klar ist, was es bedeutet, die Pädagogik anthropologisch begründen zu wollen und welche Methode dabei den Vorrang genießen soll, die phänomenologische. Unklar ist allerdings, wie dabei die pädagogische Aufgabe selbst zum Stehen kommt. Jedenfalls ist das Programm nur unter der Voraussetzung konsistent, wenn die Notwendigkeit der Pädagogik ihrerseits, an der „Sache“, um die es geht, selbst ausgewiesen werden kann, also am Faktum des kindlichen Lebens als Modus des Menschlichen. Und das scheint für Langeveld in der Tat möglich zu sein. Denn es ist für ihn eine ausgewiesene „Grundtatsache der menschlichen Existenz“, dass „der Mensch klein anfängt und sich ohne Erziehung nie als Mensch konstituieren kann“[18]. Das Phänomen des „Klein-Anfanges“ steht also im Zentrum, allerdings nicht im Sinne eines Sachverhaltes, der sich mit biologischen Kategorien hinreichend beschreiben lässt.

 

Von ihm her lässt sich die Pädagogik nämlich nur verstehen, weil – ganz in der Linie der voraus liegenden Überlegungen – in diesem Phänomen sich selbst schon ein Sollen bekundet, dem unter allem Umständen standzuhalten ist. Diese Sollen liegt der pädagogischen Aufgabe voraus, ja verleiht ihr überhaupt erst die unabsehbare Wichtigkeit, von der Langeveld ausgeht. Es äußert sich in dem Anspruch, jenem „Klein-Anfangen“, das sich in Schwachheit und Hilflosigkeit äußert und sich bisweilen wie ein Fremdkörper in der durchregulierten Welt der Erwachsenen offenbart, die unbedingte „Treue zu halten“[19]. In diesem, über die rein biologische Eigenart des menschlichen Lebensverlaufs hinausreichenden Imperativ gründet die pädagogische Aufgabe sowie die Verpflichtung ihr gegenüber.[20]

 

Damit dürfte deutlich geworden sein, woher eine anthropologisch-phänomenologische Begründung der Pädagogik ihre Legitimation bezieht: aus der Struktur ihres Gegenstandes, des Kind-Seins als eines wesentlichen Modus des Menschlichen. Soweit die Überlegungen zum Ansatz des Programms. Kommen wir nun zu seiner Durchführung. Denn offen ist noch, als was die Lebenswirklichkeit des Kindes dem erwachsenen Betrachter erscheint? Im Folgenden soll es nicht um Einzelaspekte gehen, sondern um Grunddeterminanten, die den kindlichen Realitätsbezug als Variation des Menschlichen erkennen lassen.

 

II. Grunddeterminanten des kindlichen Realitätsbezuges

 

Bildet das Sein des Kindes einen wesentlichen, in sich bedeutsamen menschlichen Lebensmodus, so muss es teilhaben an dem elementaren Vollzug menschlichen Lebens, von dem bereits die Rede war. Denn was dieses ist, liegt nicht wie eine Tatsache aus der Umwelt vor, sondern muss erst generiert werden. Sämtliche Kenntnis des menschlichen Lebens bildet somit eine Funktion seiner Selbstbestimmung. Zwei Pointen sind hier hervorzuheben:

 

Erstens: Langeveld präzisiert diese Grundthese, indem er den Menschen als ein Lebewesen bestimmt, „das Probleme hat, sich [kursiv, C.S.] Fragen stellt und sie – gut oder schlecht beantwortet“[21]. So verstanden ist der Mensch unweigerlich mit der Aufgabe konfrontiert, der „Welt einen Sinn zu geben“.[22] Wenn aber der Mensch seiner Welt erst einen Sinn geben muss, ist diese dann in sich selbst sinnlos? Diese Frage lässt sich nur bejahen, wenn eine Unterstellung gemacht wird, die zutiefst problematisch ist. Es muss nämlich hinter die Verfassung des menschlichen Seins als eines Seins, das immer schon zur Welt ist,[23] zurückgegangen und eine Welt ohne menschliche Teilhabegesichtspunkte angenommen werden. Eine solche Annahme lässt sich allerdings kaum begründen, da jene relationale Struktur „Ich-Welt“ hintergangen wird, die jede Bestimmungsleistung, also auch die Bestimmung von Welt als sinnlos, bereits voraussetzen muss.

 

Dies eingestanden, macht Langeveld allerdings darauf aufmerksam, dass zwar nicht die Welt im Ganzen, wohl aber die uns umgebenden Dinge einer Sinnlosigkeit verfallen, „sobald unsere sinngebende Produktivität aufhört und wir irr-sinnig geworden sind“[24]. Das bedeutet, dass der Mensch zwar nicht mit einer in toto sinnlos gewordenen Welt konfrontiert ist, allerdings durchaus mit der Realität von Unbestimmtheit und Uneindeutigkeit. Deshalb obliegt es ihm, die eigene Situation in der Welt ständig zu deuten, ihr einen Sinn zu entlocken und dabei zu wissen, dass die eigenen Deutungsakte vor einem „unbestimmten Horizont“[25], vor einem „strukturlosen Hintergrund des Unbestimmten“[26] operieren, der niemals reflexiv eingeholt werden kann. Insgesamt steht damit fest, dass für Langeveld menschliches Leben – etwa im Unterschied zum instinkthaft tierischen – wesentlich „Sinngebungsaufgabe“[27] ist. Darin besteht der präzisierte anthropologische Zentralgedanke, der seine gesamten Überlegungen miteinander verbindet.

 

Langeveld differenziert im Anschluss mehrere Weisen, in denen diese Deutungsaufgabe ihre Bearbeitung erfährt:[28] (1) die „offene Sinngebung“, die ein kooperatives, auf Konsens ausgerichtet Projekt des menschlichen Miteinanders bildet – Beispiel: gemeinsame Regelungen der Alltagspraxis, Wissensbildung; (2) die „unverbindliche Sinngebung“, die mit Bedeutungen spielt, sie variiert, ohne dass dabei der Widerständigkeit der Welt ernsthaft Rechnung getragen wird – Beispiel: das kindliche Spiel, in dem ein Gegenstand ganz unterschiedliche Bedeutungen bekommt; (3) die „kreative Sinngebung“ des Künstlers; und schließlich (4) die „persönliche Sinngebung“. Diese läuft immer mit, da sich in ihr die „fortwährend notwendige, aktive Stellungnahme [des Einzelnen, C.S.] zur Welt“[29] vollzieht. In einem später verfassten Artikel bringt Langeveld dieses Viererschema schließlich auf ein Zweierschema. Unterschieden werden jetzt „offene Deutungen“, die den Mitmenschen zugewandt und daher in die Kooperation mit ihnen eingelassen sind, von „personalen Deutungen“, in denen der subjektive Faktor, der freilich in allen Deutungen eine Rolle spielt, mehr oder weniger verstärkt hervortritt. In einer anderen Theoriesprache ausgedrückt:

 

Er unterscheidet Akte des identischen von Akten des individuellen Symbolisierens. Mit dieser Bestimmung des Menschen als desjenigen Wesens, das in seiner Situation nicht aufgeht, sondern sie immerfort zu deuten hat und dabei in mehrfacher Hinsicht verfährt, ist der erste Überlegungsgang abgeschlossen. Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass auch das kindliche Lebens, sofern es einen Modus des Menschlichen bildet, an diesen Deutungsanforderungen teilhat. Zwar ist es in den ersten Lebensmonaten überwiegend „mit den Aufgaben des organischen Daseins beschäftigt, aber bald schon fängt es an, in die Welt einzugreifen und sie zu deuten“[30]. Damit schafft es sich sukzessive das, was als vertraute Welt bezeichnet werden kann. Kommen wir zur zweiten, wichtigen Pointe.

 

Zweitens: Bislang kann man vermuten, Langeveld sei Vertreter einer konstruktivistischen Ontologie. Weit gefehlt! Denn Sinngebungsakte vollziehen sich weder grundlos noch grenzenlos, sondern unterliegen zugleich mehrfachen Beschränkungen. Sie unterliegen zunächst den Regelmäßigkeiten des Zeitverlaufs, greifen auf erinnertes Bekanntes zurück und antizipieren Zukünftiges. Als solche, unter den Bedingungen des Zeitverlaufs stehende Akte finden sie Anlass und Grenze an drei Widerständigkeiten des menschlichen Seins-zur-Welt: an der Widerständigkeit des eigenen Leibes, an der Widerständigkeit der in meinen Gesichtskreis tretenden Anderen und an der Widerständigkeit der Dinge. Der Leib, die Anderen und die Dinge sind sowohl Anlass als auch Grenze unserer Deutungen. Anlass sind sie deshalb, weil sie uns zu einer Stellungnahme herausfordern, sei es im Blick auf das Erleben des Leibes (Hunger, Müdigkeit, Schmerz), sei es im Blick auf das Erleben Anderer (ihre Sinngebungsakte können beispielsweise im Konflikt zu den eigenen stehen), sei es im Blick auf die Dinge (die zwar bestimmte Umgangsweisen eröffnen, sich anderen gegenüber aber auch sperren). Es zeigt sich jedenfalls, dass für Langeveld die Welt kein stummer Ort, sondern ein Ort mit Appellcharakter ist. Sie ist ein Ort von objektiven Herausforderungen, die nicht frei gewählt sind, wohl aber in einem gewissen Spielraum der Freiheit aufzufassen und zu gestalten sind.

 

Das, so die zentrale These, erlebt auch das Kind, und zwar ebenfalls im Blick auf den Leib (Hunger, Durst, Klein-Sein), die Anderen (zunächst die Eltern, dann andere Bezugspersonen) und den „Appell der Dinge“[31]. Die Welt der Dinge erlebt es zunächst und zumeist als Sphäre objektiver Deutungsprovokationen, es fasst sie aber zugleich auch als Spielraum der eigenen Imaginationskraft auf. In ihm sind jeweils mehrere Beziehungen zu einem Gegenstand möglich, die ihrerseits mit verschiedenen Auffassungen des Gegenstandes einhergehen.[32]  Es erlebt die Welt der Dinge weiterhin als Raum geschichtlich gewordener Mitmenschlichkeit. Die Dimension der Geschichtlichkeit tritt an den Dingen selbst hervor.

 

Denn die Dinge erfahren ihre Bedeutsamkeit im Rahmen menschlicher Umgangsweisen mit ihnen und diese Umgangsweisen verweisen auf eine Herkunft der Dinge, die noch vor der Herkunft des Kindes liegt. Sie konfrontieren also mit der geschichtlichen Wirklichkeit als eines Zusammenhangs von menschlichem Leben, das bereits war und menschlichem Leben, das noch kommen wird.[33] Jedenfalls bewegt sich die kindliche Welterfahrung in diesem, ihm vorgegebenen Raum schon entwickelter Bedeutungen und bildet sich auf dem Weg eigener Deutungsbemühungen seine ihm vertraute Welt sukzessive aus. Die Welt der Dinge, ebenso wie das Erleben des Leibes und des Miteinanders mit Anderen sind für das Kind somit Anlässe, Chancen und Grenzen eigener Sinngebungsakte zugleich.

 

Im Rückblick kann in den Worten Langevelds daher wie folgt resümiert werden: Zwar vollzieht sich die kindliche Aneignung der Welt „nur andeutungsweise“ in Bindung „an die konventionellen Grenzen der Wirklichkeit; aber nichtsdestoweniger: schon vorläufig erinnert an seine Grenzen. Schon in seinem Leibe erfährt das Kind Möglichkeit und Grenze. Die Dinge verweisen es auf ihre sachliche Bestimmtheit als Grenze, aber in der Welt des Kindes sind sie reich durchlebt, und die Dinge verweisen das Kind sogar auch auf die Menschen: sie waren früher und haben die Dinge vor uns besessen […] Auch die Welt redet ihre eigene Sprache: sie ist groß, es gibt Schwerkraft und Ferne, es sind Menschen von sich aus da, und auch sie bedeuten Möglichkeit und Grenze“[34]. Sie besitzt also auch für das Kind schon einen erlebten objektiven Charakter.

 

III. Religionspädagogischer Ausblick

 

Es ist dieser weite anthropologische Horizont, innerhalb dessen die Aufgaben des pädagogischen Handelns nicht nur gründen, sondern auch ihre einzelnen Ausformungen erfahren. Das allgemeine Ziel dieses Handelns besteht daher in der Vermittlung von Kompetenzen, die das Kind in die Lage versetzen, in der Gemeinschaft der Menschen und der Dinge selbstbestimmt zu leben. Es soll lernen „selber zu denken, zu werten, zu urteilen“, mithin nicht als „Roboter“, sondern als „Mensch“[35]  zu agieren. Davon ist bei Langeveld freilich auch die religiöse Erziehung nicht ausgenommen. Auch sie muss daher im Licht der grundlegenden Sinngebungsaufgabe menschlicher Existenz verstanden werden. Das impliziert mindestens zweierlei:

 

Erstens müssen religiöse Lebensvollzüge ihrerseits aus derjenigen Konfrontation mit der Welt erwachsen, in welcher der Mensch auch sonst steht. In ihnen wird diese Konfrontation allerdings in einer spezifischen, aus gegebenen Umständen nicht ableitbaren Weise aufgefasst.[36] In der Religion findet sich eine Person nämlich nicht primär auf Einzelnes – seien es einzelne Dinge aus der Umwelt oder einzelne Personen –, sondern auf den Sinn des Lebens im Ganzen bezogen. Und das tut sie, indem sie die Wirklichkeit ihrer Existenz vor „dem Hintergrund eines unergründlichen Geheimnisses“ versteht, das sowohl als „Verheißung“ als auch als „Bedrohung“ erlebt werden kann.[37] Dass der Mensch seine Existenz in einem ausdrücklich religiösen Sinn auffasst, geschieht allerdings nicht zwangsläufig.

 

Im Blick auf das Kind bedeutet diese Tatsache dann zweitens, dass dessen religiöse Entwicklung keinem naturwüchsigen Automatismus folgt, sondern an die notwendige –nicht: hinreichende – Bedingung pädagogischen Handelns geknüpft ist. Sie vollzieht sich, so Langevelds bekannte Formel, als eine „bedingte Entwicklung“, d.h. als „eine Entwicklung, die abhängig ist von gewissen durch die Erziehung gebotenen Bedingungen“[38]. Im Kontext der voranstehenden Überlegungen verstanden, zielt das religionspädagogische Handeln dabei darauf ab, dem Kind Möglichkeiten zu eröffnen, eine authentische, selbstverantwortete Religiosität auszubilden. Das ist indessen nur möglich, wenn die Determinanten des kindlichen Welterlebens nicht übersprungen, sondern in die pädagogischen Bemühungen programmatisch mit aufgenommen werden. Wie gesehen gehören dazu Erfahrungen mit dem eigenen Leib ebenso hinzu wie das Erleben der Anderen und der Dinge. In diesem Horizont müssen aber auch religiöse Traditionen eine unverzichtbare Funktion in der religiösen Entwicklung übernehmen.[39]

 

Das liegt allein schon in dem lebensweltlichen Faktum begründet, dass das Kind Religion nicht als ‚natürliche Religion‘ kennenlernt, sondern stets „in einer bestimmten Form“ antrifft und „seine Entdeckungen an Hand der Wegweisungen“[40] macht, die diese Form beinhaltet. Ein pädagogischer Prozess, der dem Kind eine echte Begegnung mit religiösen Traditionen vorenthält, sieht folglich von den eigenen geschichtlichen Bedingungen ab und muss eigentümlich abstrakt bleiben. Denn in einer solchen Begegnung, die für Langeveld immer auch Begegnung mit der Lebenspraxis konkreter Personen ist, werden dem Kind Möglichkeiten eröffnet, in einer gemeinschaftlichen Welt eigene Fragen zu entwickeln und eigene Entdeckungen zu machen.

 

In diesem dezidiert nichtautoritären Sinn verstanden stellen religiöse Traditionen daher Entwicklungsräume für die Ausbildung kreativer Situationsdeutungen bereit. Sie bilden Spielräume einer qualifizierten Freiheit.[41] Mit ihnen kann das Kind seine individuell unverwechselbaren Erfahrungen machen und so zu seiner eigenen Religiosität finden. Denn der Mensch, so die bereits bekannte anthropologische Leitthese, entwickelt sich vor allem durch das, „was er selbst [kursiv, C.S.] entdeckt“,[42] und zwar in einer gemeinsam geteilten Welt, deren Sinn nicht schon vorab feststeht.

 

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[1] Der vorliegende Text geht auf einen Vortrag zurück, den ich auf einer Fachtagung für Pfarrerinnen und Pfarrer zum Thema „Konfessioneller RU an öffentlichen Schulen – ein Anachronismus?“ im September 2008 an der Evang.-theol. Fakultät Tübingen gehalten habe. Er wurde zum Zweck der Veröffentlichung geringfügig verändert.

2 Langeveld gehört in den Umkreis der Utrechter phänomenologischen Schule, in deren Mittelpunkt Frederik J. J. Buytendijk (1887 – 1974) steht. Vgl. J. J. Kockelmans (Hg.), Phenomenological Psychology. The Dutch School, Dordrecht 1987.

3 Martinus J. Langeveld, Studien zur Anthropologie des Kindes (1956), Tübingen 31968 (im Folgenden: Studien).

4 Studien, IX.

5 Zu Einordnung Langevelds in die Geschichte der pädagogischen Anthropologie vgl. Christoph Wulf, Art. Anthropologie, pädagogische, in: Dietrich Benner/Jürgen Oelkers (Hg.), Historisches Wörterbuch der Pädagogik, Darmstadt 2004, 33-57.

6 Studien, 4.

7 Studien, 5.

8 Ebd.

9 Vgl. Martinus J. Langeveld, Das Kind und der Glaube. Einige Vorfragen zu einer Religions-Pädagogik (1955), Braunschweig 21964 (im Folgenden: Kind und Glaube), 9f.

10 Studien, VIII.

11 Herbert Spiegelberg, The Phenomenological Movement, Den Haag 31960; Bernhard Waldenfels, Einführung in die Phänomenologie, München 1992.

12 Edmund Husserl, Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie, in: Ders., Gesammelte Schriften, hg. v. Elisabeth Ströker, Bd. 8, Hamburg 1992, § 2.

13 Vgl. Edmund Husserl, Ideen zu einer reinen Phänomenologie, in: Ders., aaO., Bd. 5, § 30.

14 Vgl. Edmund Husserl, aaO., § 32.

15 Studien, 3.

16 Es stellt sich hier allerdings das Problem, wie es möglich sein soll, die Erkenntnisinteressen, die ja stets Interessen des nach dem Kind fragenden Erwachsenen sind, gänzlich auszuschalten.

17 Das zeigt er etwa in seiner Kritik von Piagets Vorhaben, das kindliche Weltverhältnis vor dem Hintergrund der Egozentrizitätsidee zu deuten. Vgl. Jean Piaget, Das Weltbild des Kindes (1926), München 72003, 43; 155f. Zur Kritik vgl. Studien, 160.

18 Studien, 8.

19 Ebd.

20 Man könnte hier fast schon im Sinne Arendts sagen, dass das Faktum des Geborenseins in sich selbst schon Verpflichtungscharakter hat, und zwar nicht nur für den Geborenen selbst, sondern gerade auch für seine Bezugspersonen. Vgl. Hannah Arendt, Vita activa oder Vom tätigen Leben (1958), München 111999, 17f.; 215ff. In ähnlicher Weise sieht auch Jonas im Faktum der Geburt einen unbedingten Sollensanspruch gegeben. Vgl. Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation (1979), Frankfurt/Main 1984, 234ff. 

21.Kind und Glaube, 17.

22 Studien, 143.

23 Vgl. Studien, 142. An anderer Stelle redet er im Anschluss an Heideggers Terminologie auch vom In-der-Welt-Sein des Menschen, das sich selbst in der Stimmung offenbar wird. Vgl. Kind und Glaube, 85; 112.

24 Studien, 156.

25 Studien, 122.

26 Kind und Glaube, 20.

27 Studien, 122.

28 Vgl. Studien, 143ff.

29 Studien, 163.

30 Studien, 143.

31 Studien, 146.

32 Als Beispiel nennt er den Umgang mit einem Pantoffel:  Der Pantoffel kann im Verhalten eines Kindes in ganz verschiedenen Weisen fungieren, die wenig bis gar nichts mit den Funktionen gemein haben, die er in der Praxis der Erwachsenen besitzt. So kann er etwa als Puppenwiege fungieren. (vgl. Studien 144f.).

33 Das zeigt sich etwa im Umgang mit kostbaren Erinnerungsstücken der Eltern oder Großeltern (vgl. Studien, 149f.).

34 Studien, 172.

35 Martinus J. Langeveld, Die Schule als Weg des Kindes. Versuch einer Anthropologie der Schule, Braunschweig 21963, 22. Das Ziel der Erziehung besteht also darin, den Kindern zu helfen, „das Lebenswerk des Menschen selbst [kursiv, C.S.] zu verrichten“ (Kind und Glaube, 133).

36 An dieser Stelle greift seine – in Anlehnung an Kierkegaard verwendete – Rede vom „Sprung“ (Kind und Glaube, 42; 118; 135)

37 Kind und Glaube, 35.

38 Kind und Glaube, 30. Vgl. Friedrich Schweitzer, Lebensgeschichte und Religion. Religiöse Entwicklung und Erziehung im Kindes- und Jugendalter, Gütersloh 31994, 168ff.

39 Vgl. Kind und Glaube, 62-73.

40 Kind und Glaube, 12.

41 Vgl. Traditionsaufbruch. Die Bedeutung der Pflege christlicher Institutionen für Gewißheit, Freiheit und Orientierung in der pluralistischen Gesellschaft, hg. im Auftrag der Kirchenleitung der VELKD von Dorothea Wendebourg u. Reinhardt Brandt, Hannover 2001.

42 Kind und Glaube, 72.


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[1] Der vorliegende Text geht auf einen Vortrag zurück, den ich auf einer Fachtagung für Pfarrerinnen und Pfarrer zum Thema „Konfessioneller RU an öffentlichen Schulen – ein Anachronismus?“ im September 2008 an der Evang.-theol. Fakultät Tübingen gehalten habe. Er wurde zum Zweck der Veröffentlichung geringfügig verändert.

[2] Langeveld gehört in den Umkreis der Utrechter phänomenologischen Schule, in deren Mittelpunkt Frederik J. J. Buytendijk (1887 – 1974) steht. Vgl. J. J. Kockelmans (Hg.), Phenomenological Psychology. The Dutch School, Dordrecht 1987.

[3] Martinus J. Langeveld, Studien zur Anthropologie des Kindes (1956), Tübingen 31968 (im Folgenden: Studien).

[4] Studien, IX.

[5] Zu Einordnung Langevelds in die Geschichte der pädagogischen Anthropologie vgl. Christoph Wulf, Art. Anthropologie, pädagogische, in: Dietrich Benner/Jürgen Oelkers (Hg.), Historisches Wörterbuch der Pädagogik, Darmstadt 2004, 33-57.

[6] Studien, 4.

[7] Studien, 5.

[8] Ebd.

[9] Vgl. Martinus J. Langeveld, Das Kind und der Glaube. Einige Vorfragen zu einer Religions-Pädagogik (1955), Braunschweig 21964 (im Folgenden: Kind und Glaube), 9f.

[10] Studien, VIII.

[11] Herbert Spiegelberg, The Phenomenological Movement, Den Haag 31960; Bernhard Waldenfels, Einführung in die Phänomenologie, München 1992.

[12] Edmund Husserl, Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie, in: Ders., Gesammelte Schriften, hg. v. Elisabeth Ströker, Bd. 8, Hamburg 1992, § 2.

[13] Vgl. Edmund Husserl, Ideen zu einer reinen Phänomenologie, in: Ders., aaO., Bd. 5, § 30.

[14] Vgl. Edmund Husserl, aaO., § 32.

[15] Studien, 3.

[16] Es stellt sich hier allerdings das Problem, wie es möglich sein soll, die Erkenntnisinteressen, die ja stets Interessen des nach dem Kind fragenden Erwachsenen sind, gänzlich auszuschalten.

[17] Das zeigt er etwa in seiner Kritik von Piagets Vorhaben, das kindliche Weltverhältnis vor dem Hintergrund der Egozentrizitätsidee zu deuten. Vgl. Jean Piaget, Das Weltbild des Kindes (1926), München 72003, 43; 155f. Zur Kritik vgl. Studien, 160.

[18] Studien, 8.

[19] Ebd.

[20] Man könnte hier fast schon im Sinne Arendts sagen, dass das Faktum des Geborenseins in sich selbst schon Verpflichtungscharakter hat, und zwar nicht nur für den Geborenen selbst, sondern gerade auch für seine Bezugspersonen. Vgl. Hannah Arendt, Vita activa oder Vom tätigen Leben (1958), München 111999, 17f.; 215ff. In ähnlicher Weise sieht auch Jonas im Faktum der Geburt einen unbedingten Sollensanspruch gegeben. Vgl. Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation (1979), Frankfurt/Main 1984, 234ff. 

[21] Kind und Glaube, 17.

[22] Studien, 143.

[23] Vgl. Studien, 142. An anderer Stelle redet er im Anschluss an Heideggers Terminologie auch vom In-der-Welt-Sein des Menschen, das sich selbst in der Stimmung offenbar wird. Vgl. Kind und Glaube, 85; 112.

[24] Studien, 156.

[25] Studien, 122.

[26] Kind und Glaube, 20.

[27] Studien, 122.

[28] Vgl. Studien, 143ff.

[29] Studien, 163.

[30] Studien, 143.

[31] Studien, 146.

[32] Als Beispiel nennt er den Umgang mit einem Pantoffel:  Der Pantoffel kann im Verhalten eines Kindes in ganz verschiedenen Weisen fungieren, die wenig bis gar nichts mit den Funktionen gemein haben, die er in der Praxis der Erwachsenen besitzt. So kann er etwa als Puppenwiege fungieren. (vgl. Studien 144f.).

[33] Das zeigt sich etwa im Umgang mit kostbaren Erinnerungsstücken der Eltern oder Großeltern (vgl. Studien, 149f.).

[34] Studien, 172.

[35] Martinus J. Langeveld, Die Schule als Weg des Kindes. Versuch einer Anthropologie der Schule, Braunschweig 21963, 22. Das Ziel der Erziehung besteht also darin, den Kindern zu helfen, „das Lebenswerk des Menschen selbst [kursiv, C.S.] zu verrichten“ (Kind und Glaube, 133).

[36] An dieser Stelle greift seine – in Anlehnung an Kierkegaard verwendete – Rede vom „Sprung“ (Kind und Glaube, 42; 118; 135)

[37] Kind und Glaube, 35.

[38] Kind und Glaube, 30. Vgl. Friedrich Schweitzer, Lebensgeschichte und Religion. Religiöse Entwicklung und Erziehung im Kindes- und Jugendalter, Gütersloh 31994, 168ff.

[39] Vgl. Kind und Glaube, 62-73.

[40] Kind und Glaube, 12.

[41] Vgl. Traditionsaufbruch. Die Bedeutung der Pflege christlicher Institutionen für Gewißheit, Freiheit und Orientierung in der pluralistischen Gesellschaft, hg. im Auftrag der Kirchenleitung der VELKD von Dorothea Wendebourg u. Reinhardt Brandt, Hannover 2001.

[42] Kind und Glaube, 72.