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Dr. Christian Schwarz Am Marktplatz 11, 74858 Aglasterhausen |
Mit anderen Gottesdiensten
andere Menschen erreichen*
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder,
vor Ihnen steht ein ursprünglich bayerischer Lutheraner (bayerisch und lutherisch, das ist also schon hardcore!), der durch Heirat einer Kurpfälzerin zum unierten Badener geworden ist. In meiner Jugend habe ich als Organist und Kantor die liturgischen Wechselgesänge meiner Kirche (das ist das, was einem Pfälzer am bayerischen Gottesdienst als katholisch vorkommt!) kennen und lieben gelernt und werde sie bis an mein Lebensende im Kopf und auch im Herzen haben. Und wenn ich heute an Exerzitien teilnehme, liebe ich die liturgisch geprägten Tagzeitengebete.
Warum ich Ihnen das erzähle? Nun, um deutlich zu machen: Ich bin kein Liturgie-Anarchist. Als ich vor vielen Jahren das erste Mal in einem badischen Gottesdienst war, kam ich mir liturgisch wie kastriert vor. Und wenn ich hin und wieder mit Ängsten konfrontiert werde, die Liturgie könnte durch neue Gottesdienstformen verschwinden, frage ich mich bis heute manchmal: Welche Liturgie?!
Als unsere Kinder noch klein waren und erfreulicherweise immer am Samstagmorgen – dem einzigen Tag, an dem Pfarrers ausschlafen können – extrem früh wach waren, ging ich oft schon kurz nach 7 Uhr zum Bäcker. Erstaunlicherweise traf ich dabei immer wieder Jugendliche. Was machten die zu dieser nachtschlafenden Zeit? Kamen sie gerade erst aus der Disco? Weit gefehlt, die umgehängte Sporttasche und der Trainingsanzug machten es deutlich: Sie waren auf dem Weg zu einem Spiel oder Training mit ihrem Verein! Einen Tag später – am Sonntagmorgen – und zwei Stunden später – um 9 Uhr – hätte ich sie mit Sicherheit nicht auf der Straße angetroffen, außer es wären Konfirmanden gewesen, die Gottesdienstpflicht haben.
Menschen setzen ganz bewusst ihre Prioritäten. Was ihnen wichtig ist, bekommt eine hohe Priorität. Ja, mehr noch, sie nehmen dafür sogar Opfer in Kauf (wie das frühe Aufstehen am Samstag). Was weniger wichtig ist, wandert auf der Prioritätenliste nach unten und kommt dann nicht mehr vor.
So wie der Gottesdienst. Gottesdienst ist für die meisten Menschen heute offensichtlich weniger wichtig, oder mit einem anderen Wort: irrelevant. Er taucht auf ihrer Prioritätenliste nicht auf bzw. erst unter „ferner liefen“. Woran liegt das? Ich glaube, es sind mehrere Gründe. Zum einen sind den meisten die Elemente fremd, die im Gottesdienst vorkommen: Liturgie, Musik, Sprache etc. – sie sind nicht damit aufgewachsen (wie die meisten der hier Anwesenden), sie haben sich weder in die Choräle Paul Gerhardts eingehört noch in die Lutherübersetzung, sie fühlen sich unsicher in der Liturgie und finden sich mit ihrer Lebenswelt und Sprache in der Predigt nicht wieder. Gottesdienst – das ist für sie wie Reden in einer Fremdsprache. Dazu kommen Klischees von Kirche und/oder negative Vorerfahrungen mit Kirche. Je länger ich Pfarrer bin, desto mehr bin ich entsetzt, wie viele Klischees manche mit sich herumtragen. Manchmal habe ich den Eindruck: Das Schwierigste ist, einen Menschen dazu zu bringen, seine Klischees in Frage zu stellen und sich auf neue Erfahrungen mit Kirche einzulassen. Auf der anderen Seite haben viele durchaus Interesse an Religion und sind auf der Suche nach spirituellen Quellen für ihr Leben.
Wer sich jetzt nach der guten alten Zeit zurücksehnt, sollte sich klarmachen: Der Gottesdienstbesuch in früheren Zeiten (zumindest im ländlichen und kleinstädtischen Bereich) war gesellschaftlich einfach anders verankert als heute: Es gab eine Konvention, man ging zum Gottesdienst, Abweichungen wurden zum Teil von der Familie oder der Gesellschaft (Schule!) sanktioniert, Kirche war Monopolistin und der Gottesdienst weitgehend konkurrenzlos. Heute ist die Situation umgekehrt: Musste man sich früher rechtfertigen, wenn man nicht zum Gottesdienst ging, so muss man sich heute zum Teil rechtfertigen (oder sich abfällige Kommentare anhören), wenn man geht. Gottesdienstbesuch heute ist individuelle Entscheidung: Ich will es und deshalb gehe ich. Ich kann mich noch erinnern, wie meine Frau und ich als jung verheiratetes Paar am Sonntagmorgen im Bett überlegten, ob wir in den Gottesdienst gehen sollten oder nicht. Wollen Sie raten, wie diese Überlegungen in 80 bis 90% der Fälle ausgingen? Bis wir uns nach einiger Zeit sagten: Wenn wir jedes Mal wieder neu überlegen, ob oder ob nicht, dann verliert in der Regel der Gottesdienst. Und wir trafen die grundsätzliche Entscheidung: Wir gehen einfach.
Kirche heute befindet sich auf einem riesigen Markt in Konkurrenz mit vielen anderen Anbietern und vielen reizvollen Alternativen – für nicht mehr so ganz jung Verheiratete dann vielleicht das Familienfrühstück am späten Sonntagmorgen.
Natürlich gibt es auch heute noch Konventionen im Hinblick auf den Gottesdienst: Man geht zur Beerdigung der Oma, zur Trauung der Arbeitskollegin oder zur Taufe des Neffen. Und man geht auch zum Familiengottesdienst mit dem Kindergarten, wenn das eigene Kind mitmacht. Aber überlegen Sie mal: Wo gehen Menschen, die sonst nicht kommen, heute einfach so zum Gottesdienst, nur weil sie für sich selbst etwas suchen, unabhängig von der Konvention? Wenn es gelingt, dass Menschen aus rein egoistischen Motiven (positiv gedeutet) zur Kirche kommen – das ist ein Riesenerfolg!
Wir haben keinen Grund, vermeintlich guten alten Zeiten nachzutrauern. Der Gottesdienst muss sich in der Konkurrenz behaupten, aber die dann kommen, die kommen aus freien Stücken (außer den eingangs erwähnten Konfirmanden) – und das ist gut so! Unsere Herausforderung lautet: Wie wird Gottesdienst unter diesen veränderten Rahmenbedingungen relevant?
Drei mögliche Einwände noch zuvor: Wollen wir das? Was sollen wir denn noch alles machen?, höre ich Kolleginnen, Kollegen und Gemeindeleitungen seufzen. Wir haben doch schon genug Arbeit! Ich weiß, da ist etwas dran, ich bin selbst Gemeindepfarrer und für drei Gemeinden zuständig. Auf der anderen Seite kann eine Gemeinde durch einen neuen Gottesdienst Wachstum erleben. Und denken Sie einmal an Ihre eigenen Kinder, falls die schon erwachsen sind. Wer von denen geht denn (noch) regelmäßig zum Gottesdienst? Ist das nicht Motivation genug, einen Gottesdienst zu schaffen, mit dem auch sie etwas anfangen können?
Zweiter Einwand: Dürfen wir das? Was kriegen wir nach dem Gottesdienst zu hören – von denen, die sowieso immer gegen alles sind?! Aber wir haben als christliche Kirche kein Recht auf ein Monopol einer bestimmten Form. Wir können den Menschen nicht einfach sagen: Friss, Vogel, oder stirb! Entweder kommst du mit dieser Liturgie klar oder du hast Pech gehabt! Denn Jesus hat uns keine Agende hinterlassen, sondern den Auftrag, alle Menschen mit dem Evangelium zu erreichen – so, dass es sie auch erreicht.
Und schließlich der dritte Einwand: Können wir das? Nein, aber man kann es lernen. Es gibt bestimmte Modelle, die hilfreich sind, und es gibt vor allem schon Gemeinden, die mit neuen Gottesdienstformen Erfahrung haben – in der badischen Kirche sind das inzwischen 10% aller Gemeinden.
Wie geht das nun, dass Gottesdienst wieder relevant wird? Wir brauchen für die Menschen, die mit der traditionellen Liturgie nicht groß geworden sind, Formen, die von der Gegenwartskultur geprägt sind. Und das beginnt schon bei der Musik. Ich bin fest überzeugt: wir können die Bedeutung der Musik für den Gottesdienst gar nicht überschätzen. Denken Sie daran, wie stark das Leben vieler Menschen heute durch Musik geprägt ist: Sie hören Musik im Auto, in der Freizeit, z.T. sogar bei der Arbeit. Musik im Gottesdienst sollte den Stil verwenden, der ihnen geläufig ist, und mit dem sie auch emotional erreichbar sind. Bei uns im Südwesten würde ich sagen, ohne damit Schleichwerbung machen zu wollen: das ist etwa der Musikstil von SWR 1. Auf dieser Wellenlänge sind viele Menschen ansprechbar, das ist eine Art musikalischer Weltsprache. Dann die Liturgie: Elementar und niederschwellig sollte sie sein, also nicht ausgeklügelt und differenziert, sondern auch für Einsteiger nachvollziehbar. Damit jemand, der zum ersten Mal da ist, schnell hineinkommt und beim zweiten Mal schon anfängt sich heimisch zu fühlen. Und die Verkündigung? Sie ist unterhaltsam und hat Tiefgang – das schließt sich keineswegs aus. In unserem neuen Gottesdienst in Aglasterhausen wird gelacht, aber auch geweint – alles hat seinen Ort. So ist in der Predigt Platz für das ganze Leben im Licht des Evangeliums, das ohne Sprachbarriere daherkommt. Ich hoffe, es wird klar: Es geht bei neuen Gottesdiensten nicht um action. Es geht um Tiefgang, es geht um Niveau, aber das auf einer Wellenlänge, mit der heutige Menschen erreicht werden können.
Die meisten neuen Gottesdienste haben sich, was die Uhrzeit angeht, in einer ‚Nische’ eingenistet und finden am früheren oder späteren Sonntagabend statt. Dort ist keine größere Konkurrenz zu befürchten und ein Gottesdienst am Sonntagabend kann wunderbar sammeln und auf die neue Woche einstimmen. Die Leitung in neuen Gottesdiensten hat immer ein Team: Viele wirken mit ihren unterschiedlichen Gaben zusammen und leben damit schon ein Stück Gemeindeaufbau. In der Regel finden die Gottesdienste in mehrwöchigem Rhythmus statt. Zum einen sind sie von der Vorbereitung her relativ aufwändig, zum andern wollen sie den traditionellen Gottesdienst nicht ablösen und verstehen sich bewusst als „Zweites Programm“.
Natürlich kann man einige dieser Kriterien auch auf den traditionellen Gottesdienst übertragen – was durchaus sinnvoll sein kann, z.B. für die Predigt. Allerdings wird das in der Regel nicht reichen, um neue Leute anzusprechen. Und zwar aus psychologischen Gründen – ich erinnere an die vorhin genannten Klischees, die Menschen von Kirche und Gottesdienst haben! Manche schaffen es nur dann, in den Gottesdienst zu kommen, wenn sie den Eindruck haben, dieser Gottesdienst sei völlig anders als alles, was sie bisher an Gottesdienst erlebt haben. Natürlich wissen wir: Neue Gottesdienste sind keineswegs etwas völlig anderes. Aber wenn andere meinen, es sei so, und deshalb dann kommen, dann wollen wir dieser Einschätzung auch nicht widersprechen …
Was geschieht in Gemeinden, die einen alternativen Gottesdienst einführen? Oft erleben sie Wachstum. Es lassen sich Menschen ansprechen, die bisher keine Beziehung zum Gottesdienst hatten. Ihre Zahl bewegt sich je nach Gemeinde in einem Rahmen zwischen 20 und 25%. Gibt es zusätzliche Brücken in die Gemeinde, zur Glaubensentwicklung etc., dann können bei ihnen langfristig neue Beziehungen zur Gemeinde entstehen. Was durch neue Gottesdienste in aller Regel nicht eintritt, aber oft befürchtet wird: Eine Spaltung der Gemeinde. Und zwar aus einem einfachen Grund: Untersuchungen haben gezeigt, dass die Mehrheit der Besucher in neuen Gottesdiensten zur sogenannten ‚Kerngemeinde’ gehört, also zu denen, die auch in die traditionellen Gottesdienste kommen. Neue Gottesdienste treffen also in der Regel auf hohe Akzeptanz und werden als Alternative dankbar angenommen. Umso mehr, wenn Gemeindeglieder neben dem Team auch „ihrem“ Pfarrer oder „ihrer“ Pfarrerin begegnen, die an der Gestaltung aktiv beteiligt sind.
Drei neue
Gottesdienstmodelle
In der neuen Welle neuer Gottesdienste – in einer der vorigen Welle entstanden z.B. die verbreiteten Familiengottesdienste – haben sich drei Modelle herausgebildet, die ich kurz vorstellen möchte.
Das größte Verbreitungspotenzial hat nach unseren Erfahrungen in Baden der Gottesdienst, der vom US-amerikanischen seeker service herkommt. Seine beiden Säulen sind Musik bzw. Lieder (als gesungenes Gebet, oft aus der worship-Tradition) und kreativ entfaltete Verkündigung. Klassische liturgische Elemente fehlen weitgehend oder ganz.
Die Thomasmesse
wurde Ende der 80er Jahre in Helsinki entwickelt und zeichnet sich durch eine
starke liturgische Gestaltung aus. Ihr Erkennungsmerkmal ist die Offene Phase
(Offene Zeit), wo an Stationen verschiedene Angebote in Anspruch genommen
werden können, die verschiedene Sinne ansprechen: Segnung und/oder Salbung,
Meditation, Verfassen von Fürbitten, meditativer Tanz, Gesprächsgruppe etc.
Der „Nachteulengottesdienst“ schließlich ist ein deutsches Gewächs aus den 90er
Jahren und ist in Ludwigsburg entstanden. Er wurde von Pfarrer Georg Schützler
und dem PH-Professor Siegfried Zimmer für Studierende entwickelt. Er ist stark
erfahrungsorientiert und verwendet Elemente wie Meditation, Phantasiereise und
Körperübungen.
Wenn man Gottesdienste landauf landab mit diesen Modellen vergleicht, wird man feststellen: In Reinkultur kommen sie nicht vor. Denn jede Gemeinde passt den Gottesdienst an ihre Situation an. Wohl orientiert sie sich an einem bestimmten Modell oder – und das dürfte häufiger sein – an real existierenden Gottesdiensten, die ihrerseits durch diese Modelle geprägt wurden (wie z.B. der bekannteste deutsche Zweitgottesdienst GoSpecial in Niederhöchstadt). Entscheidend ist nicht die Treue zu einem Modell, sondern die Kontextualität: Der Gottesdienst muss passen für die jeweilige Zielgruppe, die Gemeinde, für das Team, das ihn trägt usw.
In Aglasterhausen haben wir seit 2002 einen alternativen Gottesdienst. Von Anfang an verfolgten wir damit eine doppelte Richtung: Wir wollten kirchenverbundenen Menschen eine deutliche Alternative zur traditionellen Form bieten, insbesondere Erwachsenen jüngeren und mittleren Alters. Und wir wollten Menschen ansprechen, die den Gottesdienst bislang nicht oder nur sporadisch besuchten. Unser Gottesdienst findet alle sechs Wochen sonntags um 20 Uhr statt und dauert ca. 75 min. Die Resonanz war von Beginn an erfreulich hoch. Der Gottesdienst erreicht Menschen überwiegend aus den eigenen Gemeinden und darüber hinaus aus der Region. Am stärksten vertreten ist bei uns die Gruppe zwischen 40 und 60 Jahren, darunter eine Reihe von Menschen, die dem Gottesdienst sonst fernbleiben. Diese kommen fast ausschließlich aus unseren eigenen Gemeinden. Dagegen gehören diejenigen, die aus der Region kommen, zu den Insidern: Sie schätzen diesen Gottesdienste als Alternativprogramm.
Aus Gesprächen mit Menschen unserer Gemeinden weiß ich, wie wichtig vielen diese Alternative zum traditionellen Gottesdienst ist. Gerade für die 30 bis 50-Jährigen, die religiös-kirchlich interessiert sind, ist dieser Gottesdienst eine entscheidende Hilfe, die Verbindung zum Glauben und zur Kirche zu halten. Auch Eltern aus dem jeweiligen Konfirmandenjahrgang werden durch diesen Gottesdienst nachweislich angesprochen. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit (Zeitung, Mitteilungsblatt, mailing-Listen) ist unser neuer Gottesdienst inzwischen örtliches Gesprächsthema. Allerdings führt die klassische Mund-zu-Mund-Propaganda immer noch zu den besten Ergebnissen.
Die Liturgie ist bewusst einfach und niederschwellig angelegt, um Menschen einen Zugang zu ermöglichen, die mit der gottesdienstlichen Tradition nicht vertraut sind. Feste Bestandteile sind zwei Liedblocks und die Verkündigung. Die Lieder werden über Beamer an eine Leinwand geworfen, die z.T. auch für die Predigt oder die Übertragung des kurzen Theaterstücks genutzt wird. Jeder Gottesdienst hat ein bestimmtes Thema: Der Schwerpunkt liegt auf spirituellen und lebenspraktischen Themen, aber auch gesellschaftliche Themen kommen vor. Vom Thema aus ergibt sich dann ein Zugang zur Bibel.
Der Ablauf im Überblick (in eckigen Klammern die fakultativen Stücke):
Lied
Begrüßung
Liedblock: 3-4 Lieder
Verkündigung
[Theater]
Predigt
[Gebet] [Interview]
[Meditation] [Aktion] [Segnung] etc.
Liedblock: 3 - 4 Lieder
Infos
Schlusslied
Segen
[Stehkaffee]
Erkenntnisse nach
fünf Jahren
Nach mehr als fünf Jahren ‚Zweitem Programm’ und mehr als 40 Gottesdiensten stellen wir dankbar fest, dass die anfänglich formulierten Ziele erreicht wurden:
Eine alternative Gottesdienstform hat sich fest etabliert, die von vielen Menschen aus der sogenannten Kerngemeinde dankbar in Anspruch genommen wird. Außerdem wird eine beträchtliche Zahl von Menschen angesprochen, die unseren Gottesdiensten sonst fernbleiben.
Aus der zweiten Gruppe haben sich einige z.B. durch Glaubenskurse oder Angebote für Männer zu weiteren Gemeindekontakten einladen lassen und sind inzwischen fest beheimatet (bis hin zu verantwortlichen Funktionen wie Kirchengemeinderat). Anderen genügt die Teilnahme am Gottesdienst alle sechs Wochen.
Abschließend mein momentaner Erkenntnisstand:
Am Schluss eine Erinnerung an unsere Tradition, der wir als bewährter Auslegung des Evangeliums verpflichtet sind. In CA 5 heißt es: „Um diesen Glauben zu erlangen, hat Gott das Predigtamt eingesetzt, das Evangelium und die Sakramente gegeben, durch die er als durch Mittel den Heiligen Geist gibt, der den Glauben, wo und wann er will, in denen, die das Evangelium hören, wirkt …“ Dass dies geschieht, können wir nicht machen – das tut Gottes Geist. Aber wir können mithelfen Räume zu schaffen, in denen Menschen diesem göttlichen Geist begegnen und von ihm berührt werden können. Mich selbst motiviert am stärksten, wenn ich in unserem neuen Gottesdienst Menschen aus meiner Gemeinde sehe, die ich kenne und von denen ich weiß: Sie würden sonst nie kommen.
* Leicht überarbeitete Fassung des Vortrags beim Symposion der Evangelischen Kirche der Pfalz am 16.02.08 in Landau