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Dietrich Bardens |
David Safier, Jesus liebt mich, Roman
Kindler gebunden (ISBN:
978-3463405520), 16,90 €
Rowohlt Tb. (ISBN: 978-3499248115 ),
8,95 €
Schon lange
gab es kein derart amüsantes Buch mit theologischem Thema zu lesen. Wer nach
langem Zögern (wegen der zunächst zu vermutenden Frömmelei) zu diesem Buch
greift, bereitet sich ein großes Vergnügen, nimmt aber auch genug Denkanstöße
mit.
Die
Geschichte rankt sich um Marie, eine junge Frau, die so ziemlich alles im Leben
in den Sand gesetzt hat. Auf Empfehlung von Pastor Gabriel, der sich später als
auf eigenen Antrag humanisierter Erzengel entpuppt, repariert der sonderbare
Zimmermann Joshua das marode Dach ihres Hauses. Es kommt, wie es kommen musste
– they fall in love. Gott der Herr lässt sich in Gestalt von Emma Thomson sehen
und erklärt Marie, aus dieser Liebe dürfe nichts werden. Der Auftrag Joshuas
sei die Teilnahme am apokalyptischen Endkampf zum jüngsten Gericht – nächsten
Dienstag. Er habe sich nur vorher noch ansehen wollen, was aus den Menschen
geworden sei.
Allerlei
Verwicklungen können nicht von der Grundfrage ablenken: Wie passen
Gerichtshorizont und Gnade, Strafandrohung und grenzenlose Menschenliebe in der
Gestalt Gottes zusammen? Das Thema ist in der Bibel angelegt, wo
apokalyptischer Gerichtshorizont und Allgnade unvermittelt nebeneinander stehen
– dagegen helfen alle Harmonisierungsversuche gutwilliger Theologen nichts. Und
wer drückt sich nicht mehr oder weniger geschickt um diese zentrale Frage?
Safier
drückt sich nicht. Er erzählt eine Lösung, die vollkommen überraschend kommt
und an Klarheit und Eindeutigkeit nicht s zu wünschen übrig lässt.
Und jeder
Leser hat noch stunden- oder tagelang zu denken über sein eigenes Gottesbild,
seinen Glauben…
Das traut
man dem angehenden Bestseller zunächst nicht zu. Der Autor hat sich schon
einmal in „Mieses Karma“ an einem theologischen Begriff fröhlich entlang
gehangelt und damit einen Bestseller gelandet. Am Ende entschleiert er dort das
Nirwana in einer ganz eigenen Weise.
Theologie
kann viel Spaß bereiten und breite, auch wenig kirchliche Schichten erreichen.
Vielleicht denken durch diesen oft flapsigen Roman mehr Leute über ihren
Glauben nach als durch noch so viele gut gemeinte fromme Traktate. Und sie
werden nicht abgeschreckt: Kirche wird nicht problematisiert und Gott verhält sich
nicht sonderlich religiös.
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