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Wilhelm Drühe
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Besoldungskürzungen für Pfarrerinnen und Pfarrer

Ein Leserbrief aus dem Rheinland
Seit zwei Jahren bin ich jetzt als rheinischer Pfarrer im besoldungsmäßigen Ruhestand – und bekomme Mitleid mit den jüngeren Kollegen, erst recht mit denen, die noch evangelische Theologie studieren, um einmal eine Pfarrstelle zu übernehmen. Ich freue mich – auch angesichts dieses düsteren Hintergrundes! – über die offene Diskussion in der evangelischen Pfalz! Ihr 1. Vorsitzender, Pfarrer Gerd Unbehend, macht es in seinem Brief an die Mitglieder des Vereins Pfälzischer Pfarrerinnen und Pfarrer deutlich, daß wir in unseren evangelischen Landeskirchen endlich Abschied nehmen müßten von zwei Ideologien, mit denen es sich in Zeiten kirchlichen Überflusses so schön leben und arbeiten ließ – daß wir eine »Dienstgemeinschaft« seien und daß die Übernahme staatlicher Gehaltsvorgaben ein besonderer Segen für unsere kirchliche Arbeit sei. Das war doch Augenwischerei! Als das Kirchen-Geld knapper wurde, begannen doch bei uns die Verteilungskämpfe schlimmster Art. Es ist für mich unerträglich, daß bei einem kirchlichen Mitarbeiter-Bestand von etwa 11.000 in Ihrer Landeskirche, die 640 Pfarrerinnen und Pfarrer mit Gehaltskürzungen auskommen müssen – aber nicht die mit gutdotierten B-Gehältern versehenen Schwestern und Brüder in den leitenden Chefetagen. Im Rheinland werden dann noch viele aufgepäppelt durch eine »Behördenzulage«, wie man die frühere »Ministerialzulage« getauft hat. Die Leitenden sollten sich schämen, wenn sie in eine Kirchengemeinde gehen oder sich mit ihr befassen – und nicht vergessen, daß Reformation nach dem Evangelium im 16. Jahrhundert damit begann, daß die ersten evangelischen Gemeinden diese hochdotierten Bevormundungen ablehnten, weil sie mit dem Evangelium Jesu Christi nichts zu tun hatten! Wer mit mir als Gemeindepfarrer anfing, sich jetzt durch Wahlen auf ein Dezembergehalt von mehr als 20.000 DM empor entwickelt hat, der kann mich nicht mehr legitim als »Bruder« in der Weihnachtszeit ansprechen. Wer in unserer evangelischen Kirche arbeiten will, der kann sich grundsätzlich nicht auf alle staatliche Pfründen berufen – also: Gleiche Kürzungen für alle, vom Präses und Bischof bis zum Pfarrer und Küster, reduziert bei den geringer Verdienenden!
Und endlich: Veröffentlichung der Gehaltsbeiträge, um die es geht!


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